Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur

Projekte mit Schulen, Vereinen und Institutionen

Kooperation mit der Schule am Rabet

Gemeinsam mit der Leipziger Grundschule am Rabet finden Projekttage mit allen vierten Klassen statt. Im Rahmen der Projekttage wird die jüdische Kultur zum einen als Teil der deutschen Geschichte erlebbar gemacht und zum anderen durch die emotionale Brücke „Musik“ die Verwandtschaft zur muslimisch geprägten Kultur gezeigt. Damit wird an die Lebenswirklichkeit eines großen Teiles der Schülerinnen und Schüler angeknüpft. Die Schule weist den größten Migrationsanteil innerhalb Leipzigs aus und befindet sich in einem Stadtteil mit hohem Anteil muslimisch geprägter Mitbürger. Das Projekt soll helfen, Neugier und Offenheit gegenüber Unbekanntem zu wecken und die Möglichkeit schaffen, andere Kulturen zu erleben und Unverständnis abzubauen. Während einer Führung besuchen die Kinder die gegenwärtige Synagoge und die Orte der großen 1938 zerstörten liberalen und orthodoxen Synagogen, im jüdischen Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus gibt es jüdische Tänze und Musik zum Mitmachen. Zum Abschluss wird ein gemeinsam gestaltetes Begegnungsfest in der Schulaula mit jüdischen Speisen und Liedern aber auch mit muslimisch geprägter Musik gefeiert. Die Kinder können dabei Musik ihrer Kulturen vorstellen.

Projektpartner: Schule am Rabet         - nicht öffentlich - 


Kooperation mit der 94. Oberschule

Im Herbst 2021 werden Projekttage mit Schülerinnen und Schülern (7. und 8. Klassen) durchgeführt. Auch hier liegt der Fokus auf jüdischer Musik und auf jüdischen Orten. Das Projekt stärkt die Selbst- und Fremdwahrnehmung und ermutigt zur Zivilcourage. Es gibt der zunächst als „fremd“ empfundenen jüdischen Kultur das Gesicht von Menschen, zu deren persönlicher Stimme ein emotionaler Zugang über die Musik geschaffen wird. Es erzählt ermutigende Beispiele von erfahrener Solidarität und Einsatz für die Werte von Mitmenschlichkeit. Die Beschäftigung mit dem jüdischen musikkulturellen Erbe ermöglicht es, eindrückliche Beispiele für Perioden des Gelingens und des Scheiterns im Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen aufzuzeigen. Im Hinblick auf die gegenwärtigen Migrationsbewegungen gewinnt diese Auseinandersetzung, wie ein friedliches Miteinander möglich sein kann, an Brisanz.
Ein Baustein der Projekttage ist die Mitwirkung bei Sukkot XXL, s.u.

Projektpartner: 94. Oberschule Leipzig         - nicht öffentlich -


Kooperation mit der Henriette-Goldschmidt-Schule

Für einen offenen und toleranten Umgang im Erwachsenenalter bedarf es einer weltoffenen Erziehung und Vorbildwirkung im Kindes- und Jugendalter. Als Vermittler dieser Ansätze wirken neben dem Elternhaus in erster Linie ErzieherInnen und LehrerInnen. Um genau diese zukünftigen Multiplikatoren mit der Thematik in Kontakt zu bringen, wurde die Henriette-Goldschmidt-Schule Leipzig, deren Gründung auf wohlhabende jüdische Bürger zurückgeht, als Kooperationspartner gewonnen. Neben der Ausbildung von sozialen Berufen werden dort unter anderem auch Schulverweigerer im berufsvorbereitenden Jahr (BVJ) betreut. Im Zentrum der Projektarbeit stehen jüdische Musikerinnen aus verschiedenen Ländern Europas, die sich während ihres Studiums am Leipziger Konservatorium kennengelernt, die schrittweise Ausgrenzung nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gemeinsam erfahren haben und schließlich nur noch in Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes auftreten durften. Ihnen gelang die Flucht aus Deutschland vor der Deportation in ein Vernichtungslager. Ausgewählte Projektergebnisse wie Klangcollagen und Flashmobs werden rund um die Jüdische Woche 2021 präsentiert.

Weitere Informationen folgen.

Projektpartner: Henriette-Goldschmidt-Schule        - nicht öffentlich -


Kooperation mit dem Bürgerverein Kolonnadenviertel zur Ez Chaim-Synagoge

Im Gegensatz zur würdigen Gedenkstätte am Standort der ehemaligen großen liberalen Gemeindesynagoge ist der Standort der ehemaligen großen orthodoxen Ez Chaim-Synagoge, die tausenden aus Osteuropa geflohenen Juden Heimat gab, ein verlorener Ort ohne Hinweise auf die Synagoge. In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Kolonnadenviertel und der Henriette-Goldschmidt-Schule soll der verlorene Ort durch das Projekt wieder als Erinnerungsort gewonnen werden.

Ergebnisse des Projektes werden während der Jüdischen Woche präsentiert: 28. Juni - 4. Juli 2021.

Projektpartner: DIE KOLLE, Der Bürgerverein Kolonnadenviertel e.V. Leipzig, Henriette-Goldschmidt-Schule, Israelitische Religionsgemeinde


Kooperation mit dem Seniorenbüro Ost „Inge & Walter“

Senioren sind als Zeitzeugen und mit ihren Erfahrungen wichtige Träger von Erinnerung. Die Formen der Zusammenarbeit sind vielfältig: Erzählabende, Exkursionen zu jüdischen Orten, Lebensbilder jüdischer Persönlichkeiten. In Gesprächen können die eigenen Erlebnisse und Erinnerungen zur jüdischen Perspektive aus drei verschiedenen Gesellschaftsordnungen miteinander geteilt werden. Der älteren Generation soll das jüdische Leben zudem durch gemeinsames Kochen, Backen und das Hören von Musik aus einem anderen Blickwinkel als dem Eigenen nähergebracht werden. Das Seniorenbüro Ost beteiligt sich an Sukkot XXL, s.u.

Da sich das Seniorenbüro Ost sich in der Nähe der Grundschule am Rabet befindet, sind gemeinsame Veranstaltungen geplant, bei denen die Kinder von den Erzählungen der Senioren profitieren und umgekehrt die SeniorInnen etwas über das Leben der Kinder erfahren können.

Projektpartner: Seniorenbüro Ost "Inge & Walter"         - Voranmeldung erforderlich -


Herausgeberschaft Taschenbuch
„Schneeblumen – Überleben im KZ Buchenwald-Außenlager Markkleeberg“

Um die berührende Geschichte der Frauen des KZ- BuchenwaldAußenlagers Markkleeberg (siehe auch oben Schneeblumen-Gedenken am 13. April 2021) als eine besondere Leipziger Geschichte zu verbreiten und sie generationsübergreifend nutzen zu können, wurde die Herausgabe des Schneeblumen-Taschenbuches beim Verlag Hentrich & Hentrich realisiert.

Inhalt

Die 14-jährige jüdische Ungarin Zahava und ihre Schwester Erzsike werden 1944 im KZ Auschwitz fälschlicherweise für Zwillinge gehalten, die routinemäßig für den SS-Arzt Josef Mengele ausgewählt werden. Als dieser Fehler bemerkt wird, werden die beiden Schwestern über das KZ Bergen-Belsen in das KZ Buchenwald-Außenlager Markkleeberg bei Leipzig geschickt, wo sie in der Rüstungsindustrie für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke Zwangsarbeit leisten müssen. Am 13. April 1945 werden die entkräfteten Frauen auf einen Todesmarsch Richtung Theresienstadt getrieben, dem Zahava und ihre Schwester unter dramatischen Umständen bei Dresden entkommen.

Zahava Szász Stessel schildert die kräftezehrende Zwangsarbeit, die Erniedrigung und den Alltag im Lager unter SS-Bewachung und erzählt zugleich, wie selbst hier Menschlichkeit und Solidarität nicht vollkommen ausgelöscht werden konnten – wie „Schneeblumen“ unter Eis und Schnee.

Das Buch enthält neben historischen Dokumenten auch eine Übersicht über alle im Lager Markkleeberg inhaftierten Frauen.

Autorin

Zahava Szász Stessel, geboren 1930 in Abaújszántó (Ungarn), wurde im Dezember 1944 in das KZ BuchenwaldAußenlager Markkleeberg bei Leipzig deportiert. Im April 1945 entkam sie einem Todesmarsch. Nach einer Odyssee durch mehrere Länder und Lager erreichte sie im August 1947 Israel, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte, mit dem sie schließlich in die USA ging. Sie arbeitete über 15 Jahre lang an der New Yorker Stadtbibliothek und promovierte 1991 an der New York University. Sie hat zahlreiche Artikel und zwei Bücher über ihre Erfahrungen und Erlebnisse geschrieben.

Zahava Szász Stessel

Schneeblumen

Überleben im KZ Buchenwald-Außenlage Markkleeberg

Herausgegeben vom Notenspur Leipzig e.V. *

22,90 €, ISBN: 978-3-95565-445-0 April 2021

Projektpartner: Verlag Hentrich & Hentrich

Unterstützer: Flügelschlag Werkbühne e.V., Stadt Markkleeberg


* Die Herausgabe des Schneeblumen-Taschenbuches wurde gefördert durch die Holger Koppe-Stiftung.