Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur

Station 08 - Grafisches Viertel – Musikverlage (Notenwand)

Leipzig entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer europäischen Musikmetropole ersten Ranges. Wichtig war dabei auch das Verlagswesen, das vorrangig im Grafischen Viertel östlich des Leipziger Stadtzentrums angesiedelt war. Die älteste der Institutionen und zugleich ältester Musikverlag der Welt ist der 1719 durch Bernhard Christoph Breitkopf gegründete Verlag Breitkopf. Nachdem Gottfried Christoph Härtel 1795 den Verlag übernommen hatte (der seither "Breitkopf & Härtel" heißt), ergaben sich enge Kontakte zu Ludwig van Beethoven sowie später zu einigen Hauptvertretern der "romantischen" Generation: Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Franz Liszt und Richard Wagner. Ebenso ist der Verlag C.F. Peters mit der Leipziger Musikgeschichte verbunden. Er wurde 1800 durch Franz Anton Hoffmeister und Ambrosius Kühnel als "Bureau de Musique" gegründet und legte bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutende Editionen von Werken Johann Sebastian Bachs vor. Später wurde Edvard Grieg, der 1858–1862 am hiesigen Konservatorium studierte, durch den Peters Verlag maßgeblich gefördert. Zu den bis heute existierenden Institutionen gehört schließlich der seit 1807 bestehende, nach seinem Gründer benannte Friedrich Hofmeister Musikverlag. Hofmeister lernte bei Breitkopf & Härtel und arbeitete anschließend in Kühnels und Hoffmeisters "Bureau de Musique". In seinem eigenen Verlag brachte er neben Werken von Ignaz Moscheles und Heinrich Marschner unter anderem Frühwerke Robert Schumanns und Clara Wiecks heraus.

Bestanden bis in das 20. Jahrhundert neben diesen dreien noch zahlreiche andere Institutionen, so hat die weitere Geschichte in der Verlagsbranche deutliche Spuren hinterlassen. Das Grafische Viertel wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört; nach 1949 wanderten zahlreiche Verlage in den westlichen Teil Deutschlands ab. Heute befindet sich in Leipzig eine Dependance von Breitkopf & Härtel; der Hofmeister Verlag  sowie C.F. Peters kehrten ganz an ihren Gründungsort zurück.

Seit April 2013 kann man an der „Notenwand“ mehr über die Geschichte des Notendrucks erfahren, Rätsel lösen oder auch Musik hören (am Standort der Notenspur-Station 8).

Grafisches Viertel – Musikverlage
Breitkopf & Härtel: Nürnberger Str. 36-38, 04103 Leipzig (ehemaliger Standort)
C. F. Peters Verlag: Talstraße 10, 04103 Leipzig
F. Hofmeister Musikverlag: Büttnerstraße 10, 04103 Leipzig

Notenwand: Großer Brockhaus/Dörrienstraße

Internet: Breitkopf & Härtel Musikverlag |  C.F. Peters Musikverlag | Friedrich Hofmeister Musikverlag