Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur

Station 10 - Bibliotheca Albertina

Die Universitätsbibliothek wurde 1891 im Musikviertel errichtet, im 2. Weltkrieg zerstört und in den Jahren 1992–2002 vollständig rekonstruiert. Im Bestand der Bibliothek befinden sich Schätze, wie z.B. das Thomas-Graduale aus der Zeit um 1300, der Apelsche Mensuralcodex aus der Zeit um 1500, Partituren von Bach, Liszt und anderen.

Der 1891 errichtete Neubau der Universitätsbibliothek in der Beethovenstraße (Architekt: Arwed Rossbach) steht auf dem Gelände des ehemaligen botanischen Gartens der Universität. Im Stil der Neorenaissance errichtet und innen prachtvoll verziert, wurde das Gebäude nach dem regierenden sächsischen König Albert "Bibliotheca Albertina" benannt. Das Gebäude bot anfangs Platz für bis zu 1 Million Bände. Nach der weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hat die Rekonstruktion 1992-2002 die Kapazität erhöht: Hier werden jetzt ein Großteil der 5,5 Millionen Bände der UB Leipzig aufbewahrt und alle Sondersammlungen (Papyri, Handschriften, Autographen und Nachlässe, Alte Drucke, Münzen, Archive etc.).

Zu den wertvollen Stücken der Sammlungen gehört der Papyrus Ebers (3500 v. Chr.), eine medizinische Schriftrolle (seit 1873 in Leipzig), der Codex Sinaiticus (4. Jh.), die älteste Bibelhandschrift der Welt, und der Machsor Lipsiae, eine prachtvoll verzierte jüdische Gebetshandschrift aus dem 14. Jh. Eine Dauerausstellung im Foyer der Bibliotheca Albertina informiert über die Geschichte des Hauses und herausragende Handschriften und Drucke (online unter www.foyer-albertina.de).

Die in der Bibliotheca Albertina aufbewahrten musikalischen Handschriften entstammen unterschiedlichen Bestandssegmenten: den seit 1409 betriebenen und 1682 integrierten universitären Büchersammlungen, den 1543 übertragenen sächsischen Klosterbibliotheksbeständen, dem seit 1930 bestehenden Depositum der Thomaskirchenbibliothek und den 1962 übernommenen Beständen der ehemaligen Leipziger Ratsbibliothek. Dazu kommt seit 1970 der ehemalige Handschriftenbestand des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Leipzig. 

Die Station des Notenbogens im Foyer der Bibliotheca Albertina ist täglich zugänglich zwischen 10 und 18 Uhr, der Eintritt ist (wie auch für die Ausstellungen) frei. Informiert wird in Bild und Text über sechs ausgewählte Musikhandschriften, von denen drei zum Klingen gebracht werden können.

Bibliotheca Albertina, Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig, Telefon: 0341 / 97 30 565
Ausstellungen geöffnet täglich 10–18h, Eintritt frei; Café Alibi geöffnet Mo–Sa 10–20 Uhr;
Lesebereiche geöffnet Mo–Sa 8–24 Uhr

Foyer. Foto: Elke Leinhoß

Internet: Geschichte der Albertina