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Brücken bauen über Gräben

Das Projekt „Brücken bauen über Gräben – 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges“ stellte die verbindende Kraft kultureller Werte in Europa in den Mittelpunkt. Ein Europa, das sowohl Zeiten des Zusammenwachsens erlebt hat, in denen die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit prägend waren, als auch Zeiten gewaltsamer und verheerender  Auseinandersetzungen wie die beiden Weltkriege, die den ganzen Kontinent umfassten. Im ersten Weltkrieg, der von Juli 1914 bis November 1918 dauerte, verloren ca. 17 Millionen Menschen ihr Leben. Sein Ende vor 100 Jahren war Anlass, sich im November 2018 auf künstlerische Weise des damaligen Gegeneinanders zu erinnern, das erreichte neue Miteinander zu würdigen und sich der aktuellen Entwicklungen anzunehmen.
In diesem aktuellen Spannungsfeld sollte das Projekt bewusst machen, dass ein stabiles Europa kein statischer Besitz ist, sondern immer wieder neu gewonnen werden muss.
Das Projekt „Brücken bauen über Gräben“ machte erlebbar,

• dass Europa eine Basis gemeinsamer kultureller Werte hat,
• dass Europa entsteht, indem sich Menschen aufmachen, um einander zu begegnen,
• dass die gemeinsamen Werte aktiv an die nächste Genration weitergegeben werden müssen und
• dass Europa von der Beteiligung der Bürger lebt.

Es waren vom 20.-25. November 2018 neunzehn Musiker aus Partnerstädten Leipzigs (Bologna, Brünn, Lyon, Krakau, Kiew) und Moskau eingeladen, um mit ihnen das Gedenken an das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren gemeinsam zu begehen und in die Bürgergesellschaft zu tragen.


Gedenkgottesdienst in der Nikolaikirche mit internationalen Musikern
Mittwoch, 21. November 2018, 17 Uhr

Der Gottesdienst in der Nikolaikirche fand am Buß- und Bettag (in Sachsen Feiertag) statt und nahm dessen Thema "Umkehr und Versöhnung" auf. Er wurde gemeinsam verantwortet von Nikolaikirche und Notenspur-Verein und erfolgte unter aktiver Beteiligung von Musikern aus den ehemaligen Feindesländern und heutigen Partnerländern. 
Die Musiker aus den Partnerstädten wurden einbezogen durch Musik sowie Lesungen und Gebete in ihrer Muttersprache.
Programm hier:

Kooperationspartner:
Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ 
Nikolaikirche Leipzig
Referat für Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig


Besuche in Leipziger Schulen

Um Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen und Generationen zu fördern, organisierte der Notenspur-Verein Besuche der Gastmusiker in Leipziger und Umland-Schulen. Dort spielten sie im Musik-, Geschichts- oder Sprachunterricht Musik ihrer Länder und erzählten, was sie von ihren Großeltern über Europa im Krieg erfahren haben, wie sie selbst heute Europa erleben und wie sie sich für unser Zusammenleben engagieren.
Das Projekt fand in Kooperation mit folgenden Schulen statt:

Grundschule am Rabet Leipzig
Grundschule Hohnstädt
Erich-Zeigner-Grundschule Leipzig
Robert-Schumann-Gymnasium Leipzig
Fanny-Hensel-Grundschule Leipzig
Franz-Mehring-Grundschule Leipzig
Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium Wurzen


4. Notenspur-Nacht der Hausmusik – mit europäischen Gästen
Samstag, 24. November 2018

Eine besondere Leipziger Form der Bürgerteilhabe an der Kulturausübung, die wir mit den Musikern der Partnerländer teilten, ist die Notenspur-Nacht der Hausmusik. Sie wird seit 2015 durchgeführt und hat sich inzwischen zu einem der weltweit größten Hausmusikereignisse entwickelt. Die Musikstadt Leipzig hat ihre Wurzeln im privaten Musizieren.
Zur 4. Notenspur-Nacht der Hausmusik haben bei 83 Hausmusik-Veranstaltungen nicht nur in Leipzig lebende Musiker beigetragen, sondern auch unsere Gäste aus vor 100 Jahren verfeindeten Ländern. Wenn Leipziger für sie ihre Wohnung öffnen und ihre Musikliebe mit ihnen und ihren Gästen teilen, ist dies eine starke Botschaft der Aussöhnung und der verbindenden Kraft der Musik.

Das Projekt war Teil des Gesamtprojektes „Europäische Notenspuren“ zum Europäischen Kulturerbejahr "Sharing Heritage" 2018.

Impressionen vom Fotografen Daniel Reiche | Visuelle Medien:
 


Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.
Das Projekt wurde im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Unterstützt von der Sparkasse Leipzig.