Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur Leipziger Notenspur

Musik spricht alle Sprachen

Startschuss für Notenspur-Laden im multikulturellen Viertel Leipzig-Volksmarsdorf

Die Leipziger Notenspur-Initiative hat seit dieser Woche einen Außenposten in der Eisenbahnstraße. In Leipzig-Volkmarsdorf befinden sich zwar keine Originalschauplätze der Leipziger Musikgeschichte, die durch die Notenspur im Stadtraum erlebbar gemacht werden. Das Notenspur-Projekt, das aus der Leipziger Bürgerschaft entstanden ist, ist aber von Beginn an nicht nur für die Nutzer der „Hochkultur“ entwickelt worden. Es überschreitet die engen Grenzen der „Musentempel“ und geht mit dem großartigen Leipziger Musikerbe und Musikleben in die Stadt, macht es dort erfahrbar, wo die Menschen sind. Stadterkundung mit Musikerlebnis für alle Leipziger verbinden – dies ist das Anliegen der Leipziger Notenspur-Initiative. Deshalb ist das Projekt generations- und milieuübergreifend angelegt. Seit dieser Woche ist nun Toni, das Maskottchen der Kleinen Leipziger Notenspur, auch in der Eisenbahnstraße zu Hause, mitten im multikulturellen und sozialen Brennpunkt.

„Wir können nicht erwarten, dass die Menschen von hier in die ‚Tempel‘ der Musik kommen, sondern wir müssen mit der Musik zu ihnen gehen“, meint Werner Schneider, Leiter der Leipziger Notenspur-Initiative. „Musik wird auch im Multikulti-Viertel verstanden, denn sie spricht alle Sprachen und kann Menschen beflügeln und in ihren Sehnsüchten erreichen.“ Toni hilft dabei, die Menschen über ihre Kinder zu erreichen. Er sagt bei der Erstgestaltung der Schaufenster: „Ich bin Toni und mache mit dir Musik“ - auf Arabisch, Deutsch, Russisch und Vietnamesisch, damit deutlich wird, dass der Notenspur-Laden in der Eisenbahnstraße kein Versehen ist, sondern tatsächlich die Menschen gemeint sind, die dort leben.

Zunächst hat die Initiative nur die wechselnde Gestaltung des Schaufensters übernommen. Perspektivisch wollen die Initiatoren gerne mehr tun: gemeinsam mit Toni Musik machen, Basteln und Malen - ohne Sprachbarrieren und Generationsschranken. Wann und in welchem Umfang diese soziokulturelle Arbeit aufgenommen werden kann, hängt von den ehrenamtlichen Unterstützern ab, die sich für die Idee gewinnen und begeistern lassen.

Bereits jetzt ist das Projekt ein Beispiel für das ehrenamtliche Engagement der Leipziger und Leipzigerinnen. Bürger und Wirtschaft wirken zusammen. Dass der Notenspur-Laden in der Eisenbahnstraße Gesicht zeigen kann, ist Ralf Lenk von der Druckerei Scancolor und Gudula Kienemund von den Leipziger Kulturpaten zu verdanken. Ralf Lenk sponserte den Druck der Ausstellungstafeln für die Schaufenster und unterstützt damit das soziokulturelle Anliegen des Projektes. Vermittelt wurde diese „Kulturpatenschaft“ durch die Leipziger Kulturpaten. Auch vom Quartiersmanagement, das im Rahmen der Aktion „schau mal“ leer stehende Ladenlokale in der Eisenbahnstraße durch Schaufensterpaten beleben lässt, erfährt die Initiative Unterstützung.

Die Notenspur-Initiative hofft nun auf viele ehrenamtliche Helfer, um den Laden mit Leben erfüllen zu können. Geeignet ist jeder, der Spaß an integrativer Arbeit oder Interesse an anderen Kulturen hat und sich gestalterisch oder musikalisch zum Thema Musik ausprobieren möchte. Mitstreiter sind herzlich willkommen (www.notenspur-leipzig.de/mitmachen).