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Leipziger Schülerinnen auf den Spuren Jüdischer Musik in Leipzig

Ausstellungsprojekt zu Kantoren und Chorleitern der Leipziger Hauptsynagoge

Welche Hilfen für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in Deutschland können wir aus der deutsch-jüdischen Geschichte gewinnen? Wie halten wir die Erinnerung an die deutschen Juden lebendig, die durch die Nationalsozialisten ausgelöscht werden sollten, wenn die Generation der Zeitzeugen nicht mehr unter uns ist?

Diese und weitere Fragen stehen im Hintergrund von Schulprojekten der Leipziger Notenspur in den Fächern Musik, Geschichte und Religion am Gymnasium Engelsdorf (Klassenstufe 11) und am Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium Wurzen (Klassenstufen 6 und 7). Im Mittelpunkte stehen die Kantoren und Chorleiter der 1855 geweihten Leipziger Hauptsynagoge.

Mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ in deren Leo Baeck Programm sowie des Leo Baeck Instituts New York können Ergebnisse des Engelsdorfer Schulprojekts ab 29. Juni im Treppenhausfoyer der Leipziger Stadtbibliothek besichtigt werden. Die Arbeiten der Jugendlichen ergänzen die Ausstellung „In unserer Mitte. Aspekte jüdischen Lebens in Leipzig in der Neuzeit“ des Leo Baeck Instituts New York. Verbunden sind beide Ausstellungsbereiche durch das Anliegen des Rabbiners Dr. Leo Baeck (1873–1956). Er war Repräsentant des deutschen Judentums in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurde 1943-1945 im KZ Theresienstadt gefangen gehalten. Ganz in seinem Sinn zeigt die Ausstellung des Leo Baeck Instituts New York deutsche Juden als aktive Mitgestalter des Zusammenlebens in Deutschland. Die einengende Sicht, jüdische Menschen auf ihre Opferrolle im Nationalsozialismus zu reduzieren, wird ihren für die deutsche Gesellschaft erbrachten Leistungen nicht gerecht. Dass deutsche Schülerinnen dieses Anliegen aufnehmen und eigene Beobachtungen und Erkenntnisse hinzufügen, ist ein glückliches Zusammentreffen und ein hoffnungsvolles Zeichen für ein neues deutsch-jüdisches Miteinander. Wegen der gemeinsamen Überzeugung, der nachfolgenden Generation positive Anknüpfungspunkte aus dem deutsch-jüdischen Miteinander für die Gestaltung unserer Gesellschaft mitgeben zu wollen, wurde die Kooperation bei der Ausstellungsgestaltung vor einem Jahr zwischen Carol Kahn Strauss, Direktorin des Leo Baeck Instituts New York, und Prof. Werner Schneider, Leiter der Leipziger Notenspur-Initiative vereinbart.

Juliane Motz, Stella Schniewind und Vivien Drees vom Gymnasium Engelsdorf zeigen in der Ausstellung Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit Salomon Jadassohn (1831-1902), Samuel Lampel (1884-1942) und Barnet Licht (1874-1951). Alle drei an der Leipziger Hauptsynagoge wirkenden Musikerpersönlichkeiten waren herausragende Vertreter der jüdischen Kultur und gleichzeitig großartige Vermittler zwischen jüdischer und deutscher Kultur. An ihren Lebenswegen wird deutlich, wie fruchtbar der Austausch für beide Seiten sein kann. Die Frage des gegenseitig bereichernden Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion in unserer Gesellschaft ist eine ganz aktuelle Frage, für deren Beantwortung die Ausstellung Anregungen vermittelt.

Das Schulprojekt im Leo Baeck Programm wurde geleitet von Uta Börner und fachlich beraten von Dr. Thomas Schinköth.

 

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Umfang der Pressemitteilung: 3299 Zeichen (einschl. Leerzeichen)

 

Anlage, Abdruck frei, Bildrechte bei Notenspur-Initiative

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Bildtitel: Stella Schniewind, Vivian Drees, Juliane Motz (v. l.) an der Synagogengedenkstätte Gottschedstraße, Foto: E. Leinhoß

 

Von:

Leipziger Notenspur-Initiative

c/o Universität Leipzig

Grimmaische Str.12, 04109 Leipzig

www.notenspur-leipzig.de

 

Kontakt:

Prof. Dr. Werner Schneider, Leiter Leipziger Notenspur-Initiative

Kontaktdaten unter www.notenspur-leipzig.de/kontakt

 

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Kontaktdaten: www.notenspur-leipzig.de/kontakt

 

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