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Grenzgänger und eine Uraufführung nach 100 Jahren

Notenspur-Salon am 29. März – Ausgewählt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond als Projekt des Monats

Pressemitteilung Leipziger Notenspur 24. März 2014

 

Den Abschluss der diesjährigen Notenspur-Salons bildet am 29. März um 15 Uhr das Grenzgänger-Konzert an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Außergewöhnlich sind hier sowohl Akteure als auch das Programm. Die Salongäste werden u. a. Ohrenzeugen der Uraufführung eines Frühwerkes von Erwin Schulhoff, einstmals Student der Hochschule. Grenzgänger zwischen Deutschland und Tschechien waren die Komponisten Josef Bohuslav Foerster und Erwin Schulhoff und Grenzgänger sind auch die Musiker des Nachmittags um Sängerin Olga Černá, in einer Vorstellung, die – bis auf die Uraufführung  – in diesem Monat auch in Wien und Prag stattfand.

Schulhoff gehört zu den interessantesten und vielseitigsten Komponisten im frühen 20. Jahrhundert. Auch als Pianist war er tätig. Leidenschaftlich setzte er sich für die Musik seiner Zeit ein. Er wurde 1894 in Prag geboren. Von 1908-1910 war er Student am Leipziger Konservatorium, der heutigen Hochschule für Musik und Theater. Zu seinen Lehren gehörte u. a. Max Reger. Nach weiteren Stationen und vielfältigen Experimenten wurde Erwin Schulhoff im Nationalsozialismus wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt. Er starb 1942 im Internierungslager Wülzburg.

Bereits einen Tag vorher, am 28. März, stimmen Studierende im Foyer der Hochschule für Musik und Theater mit Werken von Reger, Schulhoff und eigenen Improvisationen auf den Notenspur-Salon ein – ein Experiment ganz im Sinne Schulhoffs. „Erwin Schulhoff ist ein wirklich spannender Komponist“, weiß Pianist und Improvisationslehrer Tilmann Löser, der einige der jungen Klaviervirtuosen auf ihren Auftritt vorbereitet hat. „Er hat unglaublich viele Facetten und ist auch ein Grenzgänger zwischen Klassik und Moderne.“

Die beiden Konzerte sind auch ein Beitrag zur Erinnerung an die zahlreichen jüdischen Musiker, die das Musikleben Leipzigs maßgeblich mitgeprägt und zu seinem Reichtum beigetragen haben.

Notenspur-Initiator Werner Schneider hebt noch einen weiteren Aspekt des Konzerts hervor: „Musik ist ein verbindendes Band zwischen den Kulturen. Sie überwindet Sprachbarrieren und spricht direkt unsere Emotionen an.“ Verstärkt wird die Botschaft der verbindenden Kraft der Musik, indem in den Konzerten ausschließlich deutschsprachige Lieder der beiden in Prag geborenen Grenzgänger durch tschechische Musiker interpretiert werden.

Der Notenspur-Salon wird unterstützt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond und ist als Beispiel für eine erfolgreiche tschechisch-deutsche Kooperation zum Projekt des Monats gekürt worden.

Termin, Ort und Preise:

Foyerkonzert zur Einstimmung: 28.03.14, 11 Uhr, Foyer der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, Grassistraße 8, Eintritt frei

Notenspur-Salon: 29.03.14, 15 Uhr, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, Grassistraße 8, 7,50 €/ermäßigt 5,50 €

 

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Umfang der Pressemitteilung: 2985 Zeichen einschl. Leerzeichen

 

Nähere Informationen  zur Leipziger Notenspur: www.notenspur-leipzig.de

 

Anlagen, Abdruck frei 

 

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Bildtitel: Erste Takte Choralsatz „Mein Gott, öffne mir die Pforten“ von Erwin Schulhoff, Schulhoff-Nachlass O. Černá;

 

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Bildtitel: Herrenzimmer von 1910 im Leipziger Wohnhaus Erwin Schulhoffs, Elstertraße 35 (nicht öffentlich zugänglich), Foto: Werner Schneider

 

Von:

Leipziger Notenspur-Initiative

c/o Universität Leipzig

Grimmaische Str.12

04109 Leipzig

 

Kontakt:

Prof. Dr. Werner Schneider, Leiter Leipziger Notenspur-Initiative, Kontaktdaten unter www.notenspur-leipzig.de/kontakt

Dr. Elke Leinhoß, Geschäftsstellenleiterin Leipziger Notenspur-Initiative, Kontaktdaten unter www.notenspur-leipzig.de/kontakt

 

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Kontaktdaten: www.notenspur-leipzig.de/kontakt

 

Leipziger Notenspur.  Musik bewegt die Stadt.

Nominiert vom Freistaat Sachsen für die UNESCO-Welterbeliste.

Ausgezeichnet mit dem Europäischen Initiativ-Preis für Kultur 2013.