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Johann Hermann Schein (1586-1630)

Johann Hermann Schein wirkte als Komponist und Dichter. Er studierte in Leipzig und hielt das Amt des Thomaskantors von 1616 bis 1630 inne.

  1. Lebensstationen
  2. Privates
  3. Verbindung zu Leipzig
  4. Rezeption
  5. Werke
  6. Quellen und Links

1. Lebensstationen

Johann Hermann Schein wurde am 20. Januar 1586 in Grünhain bei Annaberg (Sachsen) als Sohn des lutherischen Pfarrers und Magisters Hieronymus Schein und dessen Frau Judith geboren. Nach dem Tode des Vaters 1593 zog die Witwe mit den Kindern nach Dresden. Hier wurde Johann Hermann Schein 1599 als Kapellknabe in die Dresdner Hofkapelle aufgenommen und in Theorie und Praxis der Musik unterrichtet. Im Jahr 1603 wurde er ander Universität Leipzig als Stipendiat des Kurfürsten Christian II. vorimmatrikuliert. Im selben Jahr noch wechselte er an die Kurfürstliche Landesschule Pforta, der er bis zum 26. April 1607 angehörte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Dresden von 1607 bis 1608 kehrte Schein als Student nach Leipzig zurück. Ab 1613 wirkte er als Hauslehrer und Hausmusikdirektor bei Gottfried von Wolffersdorff in Weißenfels und ab 1615 als Hofkapellmeister in Weimar. Im April 1616 übernahm Schein das Thomaskantorat in Leipzig. Dieses Amt hielt er bis zu seinem Tode am 19. November 1630 inne.

2. Privates

Johann HermannSchein musste zu Lebzeiten schwereSchicksalsschlägeerleiden.

ErtrugseineersteFrauSidoniaHösel1624zuGrabe.DiesewarnachderGeburtihresfünftengemeinsamenKindesgestorben.DreiKinderausdieserVerbindungstarben im Säuglingsalter. Nur die beidenSöhne, Johann Samuel undJohann Hermann, überlebten ihren Vater.

1625heirateteSchein in LeipzigseinezweiteFrauElisabethvonderPerre. Sie schenkte ihm weiterefünfKinder,vondenenjedochvierdasersteLebensjahrnichtvollendeten.DasfünfteKindwurdeerstnachdemToddesVatersgetauft.

WährendseinerAmtszeitalsThomaskantor zu LeipzigwurdeSchein schon sehrfrühvonschwerenKrankheitenheimgesucht. In seinenletztenLebensjahrenwarer häufig in Karlsbad zu Gast, wo ersichHeilung von Gicht,NierensteinenundSchwindsuchterhoffte.DerSchwindsuchterlagerjedoch am 19. November1630inLeipzig,kurzvorseinem 45. Geburtstag,SeinengerFreundundWegbegleiterHeinrichSchützwidmetedemKomponisten die sechsstimmigeTrauer-Motette„Dasist je gewißlichwahr“(SWV277).SeinAmtsnachfolgerals ThomaskantorwurdeTobiasMichael.

3. Verbindung zu Leipzig

Studienzeit

Im Jahr1608nahmJohannHermanSchein,gefördertdurcheinStipendiumdesKurfürsten,seinStudium in Leipzigauf,woer bis 1612zunächst diefreienKünste und danachJurastudierte. Im Frühjahr1609veröffentlichtederjungeKomponistseinerstesmusikalischesWerk,dasVenusKräntzlein.DesWeiterenbeteiligteersichmusikalischkompositorischam200.LeipzigerUniversitätsjubiläumimDezember1609undmachtedamit die  LeipzigerMusikwelt auf sichaufmerksam.
 

Thomaskantorat

Am 19. April 1616 wurdeJohannHermannSchein in Leipzig zum Thomaskantorberufenund folgte demverstorbenenSethusCalvisius im Amt.ZunächstbeschriebsichScheinlediglichalsMusicusundCantor.Ab1622durfteersichjedoch„director musices“nennen.SeineAufgabenalsThomaskantorverteiltensichaufwöchentlichzehn geisteswissenschaftlicheundviermusikalischeUnterrichtsstundensowie die musikalischeDirektionderbeidenLeipzigerKirchenSt.Thomas  und  St.  Nicolai.AußerdemlagenTrauer-und  HochzeitsmusikensowieAuftrittebei öffentlichen Feiern, z.B. Ratswahlen in seinerVerantwortung.

JohannHermann Schein warin Leipzig äußerstgeschätztundbeliebt.ErpflegteFreundschaften mit derObrigkeit,Bürgernder Stadt undStandespersonen.SeinemusikalischenSammelwerkeveröffentlichteerab 1617 jährlich im Eigenverlag.

Die ArbeitalsThomaskantorwarjedochauchgeprägtvonAuseinandersetzungenScheins mit demRektorderSchuleunddemStadtrat,was nicht notwendigamKantorgelegenhabenmuss,alsvielmehrandenäußerenBedingungen. Ab 1618herrschteder30-jährigeKrieg. Die AnzahlderSchülersank  und das Unterrichten wurde zunehmend schwieriger.Dennoch  hieltmananJohann HermannSchein alsThomaskantorbis zu dessen Tode fest.

4. Rezeption

Scheinsmusikalisch-kompositorischesSchaffenerlangteeinenHöhepunktwährendseinerTätigkeitalsThomaskantor in Leipzig. In dieserAmtszeitentstanden die meistenseiner rund 100 weltlichenund350geistlichenKompositionen.NebenseinensächsischenWeggefährtenHeinrichSchützundSamuelScheidt gilt ScheinalsbedeutenderdeutscherKomponist des 17. Jahrhunderts.

ScheinwirkteaußerdemalsDichter. Die Texte zu seinenweltlichenLiedernstammenausseiner Feder.

5. Werke

GeistlicheMusik:Motettensammlungen

1615: Cymbalum Sionium(in Leipzigveröffentlicht)

1623:Fontana d’Israel/IsraelsBrünnlein (in Leipzigveröffentlicht)

 

GeistlicheKonzerte

1618   und  1626:   Opella   Nova   (1.   Teil   in   Leipzig  veröffentlicht,   2.  Teil   in   Freibergveröffentlicht)

 

WeltlicheWerke:Liedersammlungen

1609: DasVenusKräntzlein (in Wittenbergveröffentlicht)

1621, 1626,1628: Musica boscareccia/Waldliederlein (3 Teile,alle in Leipzig veröffentlicht)1624:Dilettipastorali/ Hirtenlieder (in Leipzig veröffentlicht)

1626: Studentenschmauß(in Leipzigveröffentlicht)

 

Instrumentalmusik

1617: Banchettomusicale(in Leipzigveröffentlicht)

 

SämtlicheWerkedesKomponisten erschienen im Eigenverlag

6. Quellen und Links

Werbeck, WalterundClaudiaTheis:Schein,Johann Hermann.In:Fischer,Ludwig(Hrsg.):

„Musik in Geschichte undGegenwart.“Personenteil Bd. 14, 2.neubearb.Auflage,Kassel u.a.1995:Bärenreiter

 

Seedorf, Thomas:Schein,Johan(n)Herman(n).In:Weber,Horst(Hrsg.):„Komponisten-Lexikon.“ 2.Auflage,Stuttgart,WeimarundKassel 2003:MetzlerundBärenreiter

 

Prüfer,Arthur:JohannHermann Schein.Habilitationsschrift.ReprintderOriginalausgabe von 1895, Kassel 1989:Bärenreiter
 

Links

„Schein. EinehistorischeBetrachtung - StationenseinesLebensundseinWirken.“In:http://www.kirche-gruenhain.de/menu/foerderkreis/schein/index.htm

 

„Schein, Johann Hermann.“In:de.wikisource.org/wiki/ADB:Schein,_Johann_Hermann

 

„Johann HermannSchein (1586-1630)Liebesgedichte.“In:http://www.deutsche-liebeslyrik.de/schein_johann.htm

 

Bild

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Hermann_Schein