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Samuel Lampel

Lebensdaten: geboren am 03.02.1884 in Berlin, gestorben im Jahr 1942 in Auschwitz

Samuel Lampel wirkte als Kantor in der Synagoge Gottschedstraße. Damit war er für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich. Zum Beispiel sang er für seine Gemeinde aus der Tora vor. Er soll die Schriftrolle vorher in seinen Armen gewiegt haben wie ein kleines Kind. Sie muss für ihn sehr kostbar gewesen sein. Lampel wollte jedoch nicht nur Gottesdienstbesucher erreichen. Er wollte auch jene ansprechen, die noch nie in ihrem Leben eine Synagoge betreten hatten. Aus diesem Grund organisierte er Führungen, Konzerte und Vorträge im „Tempel“. So sollten Besucher jüdische Kultur kennenlernen und dadurch mögliche Vorurteile abbauen können. Doch die Situation für Juden in Leipzig wurde immer komplizierter und gefährlicher. Auch Lampel bekam das zu spüren. Er sah, wie seine Synagoge niedergebrannt und sein Rabbi verhaftet wurde. Die „Ephraim-Carlebach-Schule“, an der er als Lehrer arbeitete, musste schließen. Am Ende wurde er aus seiner Wohnung vertrieben und musste in einem „Judenhaus“ wohnen. Dennoch versuchte er, weiter für seine Gemeinde auch als Rabbi da zu sein, zuletzt auch als Rabbiner. Sein Sohn wollte ihn noch aus Deutschland retten. Doch der Fluchtversuch scheiterte daran, dass die Familie nicht genug Geld aufbringen konnte. Deshalb wurde Lampel wie viele Leipziger Juden in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Vor seinem ehemaligen Wohnhaus (Tschaikowskistraße 23) erinnert ein Stolperstein an diesen mutigen Mann.

Tonbeispiele:

1. Psalm 92

2. Segen

Quelle: Konzertmitschnitte mit dem Leipziger Synagogalchor, Archiv des Leipziger Synagogalchores