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Mirjam Zunser

Lebensdaten: geboren am 01.01.1912 in Dresden, gestorben am 20.10.1969 in München

Am Konservatorium Leipzig träumten und träumen viele junge Menschen von einem erfolgreichen Leben als Musiker. Dies tat hier auch einst die junge Violinistin Mirjam Zunser. Sie wurde in Dresden geboren und studierte zunächst dort Geige. Später kam sie nach Leipzig, um ihr großes Talent am Konservatorium weiter zu entwickeln. Auch wenn Zunser noch sehr jung war, wurde sie von den Kritikern als „eine der größten Hoffnungen auf geigerischem Gebiete“ gefeiert. Doch dann ergriffen die Nationalsozialisten die Macht. Sie brachten Gesetze heraus, die es Juden verboten, vor „Nichtjuden“ aufzutreten. Nur noch für den Leipziger und Dresdner Jüdischen Kulturbund durfte Mirjam Zunser auftreten. Schließlich wurde das Leben in Deutschland zu gefährlich für sie. Sie floh zuerst nach England und siedelte dann in die USA über. 1960 kehrte sie trotz der vielen Ungerechtigkeiten, die ihr in Deutschland widerfahren waren, zurück und arbeitete am Konservatorium als Lehrerin. 1961 verließ sie Leipzig ein zweites Mal und ging nach Wien, wahrscheinlich wieder aus Angst vor dem politischen System. Hier verlieren sich die Spuren von Mirjam Zunser. Es ist nur bekannt, dass sie sich acht Jahre später in München das Leben nahm. Was mag ihr wohl widerfahren sein, dass sie keine Kraft mehr hatte, weiter zu leben?

Tonbeispiel:

Leider gibt es keine Aufzeichnungen.