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Barnet Licht

Lebensdaten: geboren am 15.05.1874 in Vilnius (Litauen), gestorben am 03.05.1951 in Leipzig

Barnet Licht war ein erfolgreicher Musiker mit einer außergewöhnlichen Idee. Jeder Mensch, egal ob Bauer, Fabrikarbeiter oder Handwerker, müsse „klassische” Musik hören und spielen dürfen. Schon mit 17 Jahren gründete er einen Chor für Menschen aus den ärmsten Gegenden der Stadt New York, wohin er in jungen Jahren aus Litauen übergesiedelt war. Gern wollte er zum Studium nach Europa. So kam er nach Leipzig, um am Konservatorium Musik zu studieren. Barnet Licht war ein Schüler Salomon Jadassohns, den du auch in diesem Entdeckerpass finden kannst. In Leipzig führte Licht fort, was er bereits in New York angefangen hatte. Er gründete Arbeiterchöre und -orchester, damit alle Menschen Zugang zu Musik bekommen konnten, sogar mit Insassen von Gefängnissen bildete er Chöre. Du musst bedenken, zu Barnets Zeit gab es noch keinen MP3- oder CD-Player und erst recht noch kein Smartphone! Mit 50 Jahren wurde Barnet Licht dann Chorleiter der Synagoge Gottschedstraße. Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde dann alles anders. Lichts Arbeiterchöre wurden verboten. Er selbst durfte nicht mehr als Musiker auftreten. Doch er arbeitete unermüdlich in der Synagoge und in der jüdischen Gemeinde weiter. 1945 wurden er und seine Frau in das Getto Theresienstadt verschleppt. Beide überlebten ihre Gefangenschaft. Trotz der Erlebnisse im Ghetto ließ Licht sich nicht entmutigen. Er ging sofort zurück nach Leipzig und baute seine Chöre wieder auf. Am 1. Mai 1946 leitete er ein großes Chorkonzert vor 200.000 Zuschauern unter freiem Himmel auf dem Augustusplatz. Umgeben von Ruinen brachte er ihnen die Musik zurück und gab ihnen wieder Kraft und Hoffnung.

Tonbeispiel:

Leider gibt es keine Aufzeichnungen.